Newsletter (Frühlingsausgabe 2015)
Freie Atemwege.
Die Atemwege sind verlegt.

Schlafapnoe und die Zähne

Mein Vater und ich waren bei einer äußerst interessanten Fortbildung über Schlafapnoe von Dr. Spencer Jamison aus Idaho, USA. Er ist Spezialist im Bereich des Craniofacialen Schmerzes und der zahnmedizinischen Schlafmedizin.

Bei einer Schlafapnoe kommt es zu mehreren Atemstillständen während des Schlafes und somit zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Körpers. Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leiden an dieser Erkrankung. Die Dunkelziffer ist jedoch viel höher, da die meisten „wegen ein bisschen Schnarchen“ nicht zum Arzt gehen. Leider sind auch schon Kinder von diesen Syndrom betroffen.

 

Die hohe Dunkelziffer ist für uns Zahnärzte im Institut alarmierend und Anlass, Sie über die Symptome und Gefahren einer Schlafapnoe zu informieren.

 

Wie äußert sich eine Schlafapnoe?

Meist merken es die Betroffenen durch eine verstärkte Tagesmüdigkeit, wenig erholsamen Schlaf, Kopfschmerzen in der Früh, Konzentrationsprobleme, Depression, Impotenz und/oder Gastroösophagealen Reflux (saures Aufstoßen).

In der Nacht zeigt sich eine Schlafapnoe durch Schnarchen, wiederholtes Aufwachen, zum Teil hustend oder nach Luft ringend, Schwitzen, Hin- und Herwälzen im Bett, Schlaflosigkeit und Bruxismus (Zähneknirschen).

 

Bei Kindern sind Schnarchen, Hyperaktivität (ADHS), eine langsamere Entwicklung, schlechte Konzentration, Albträume, Kopfschmerzen, ein unruhiger Schlaf, Fettleibigkeit, große Tonsillen (Mandeln), lautes Atmen, eine chronisch rinnende Nase, häufige Erkältungen, Ohrenschmerzen und Zähneknirschen einige der Symptome.

Schnarchen kann mitunter ein Anzeichen für eine Schlafapnoe sein.

Diagnose und Behandlung

Schlafapnoe kann mittels eines Screenings beim HNO-Facharzt festgestellt und anschließend in einem Schlaflabor genauer getestet werden.

 

Bei Kindern, welche in der Nacht knirschen, eine Fehlbisslage (Unterkiefer zu weit hinten) haben und schnarchen, sollte auf Schlafapnoe untersucht werden. Liegt eine Schlafapnoe vor, hilft die Entfernung der Tonsillen (Mandeln) am besten.

 

Welchen Einfluss hat eine Schlafapnoe auf unsere Zähne?

Den Zusammenhang mit der Zahnmedizin zeigt eine interessante Studie. Man hat Patienten während des Schlafens bezüglich Schlafen und Knirschen beobachtet und festgestellt, dass in Rückenlage – welche die ungünstigste Schlafposition bei Schlafapnoe ist – mehr geknirscht wurde als in Seitenlage. Viele Patienten knirschen also nur mit den Zähnen, weil sie bei entspannter Unterkieferrücklage zu wenig Luft bekommen. Hier kann meist mit einer Schiene, welche den Unterkiefer in der Nacht etwas weiter nach vor bringt, Abhilfe geleistet werden.

Therapie

  • Risikofaktoren minimieren:
    Gewicht, Alkohol und Beruhigungsmedikamente, Rauchen und hohen Blutdruck,...
  • Kieferposition normalisieren
  • Durch ein CPAP-Gerät wird der positive Druck in den Atemwegen reguliert.
  • Orale Schienentherapie

 

Chirurgische Techniken werden eher selten angewendet.

(Artikel: Dr. Bianca Huemer | Zahnästhetik / Funktion)

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Patientenkommentar

"Durch Ihren sehr interessanten NEWS LETTER vom Frühling 2015 wurde ich neugierig. Nun habe ich meinem Hausarzt und dem HNO Ihren Bericht aus den USA gezeigt. In diesem habe ich alle von Ihnen angeführten und bei mir zutreffenden Symptome rot markiert. So wurde ich sofort ins Schlaflabor nach Hohenems überwiesen. Frau Dr. Bianca Huemer, ich bedanke mich bei Ihnen recht herzlich für diese wertvolle Information. Diese werde ich nun bei jeder Gelegenheit verbreiten und auch informieren, wo und wie ich sie bekommen habe. So kann ich vielleicht weiteren Patienten einen Weg zeigen, damit sie nicht bei jeder unpassenden Gelegenheit einschlafen, oder andere unangenehme Situationen erleben."

R. S.

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